Beiträge zur Ausstellung

Unsere Beiträge

Nazis und Umwelt

Das zwischen Nazis und Umweltschutz ein Zusammenhang besteht mag zunächst merkwürdig erscheinen, weil Rechtsextreme oft als Kontrast zur eigenen aufgeklärten Position definiert werden. Die linke Umweltschutzbewegung hat zwar dieses Themengebiet besetzt, generell besteht aber kein Widerspruch zwischen Naturschutz und Rechtsradikalismus. Fakt ist sogar, das es rechte Umweltschützer schon seit dem NS in Deutschland gibt, auch wenn diese nach ’45 sich in einer extremen Minderheitenposition befanden und keinerlei gesellschaftliche Relevanz hatten.

Wenn wir uns heute gegen den Klimawandel auf sinnvolle und emanzipatorische Weise engagieren wollen, so sollten wir auch einen Blick auf die (neo-)nazistische Vorstellung von Ökologie werfen. So können wir unsere eigenen Forderungen und Ziele besser reflektieren und auf Anschlussfähigkeit an rechtsextreme Ideologien überprüfen.

Naturschutz und Nationalsozialismus
In den letzten Jahren treten „Freie Kameradschaften“ und „Autonome Nationalisten“, aber auch die NPD und andere rechtsextreme Organisationen vermehrt für Umweltschutz und Tierrecht ein. Im Nationalsozialismus wurden die völkisch-esoterischen Vorstellungen von Ganzheitlichkeit und Naturverbundenheit, die im Kaiserreich entstanden waren, aufgegriffen. Zusammen mit der Blut-und-Boden-Ideologie, die Menschen bestimmten Gebieten zuordnet, sollte so ein rassistischer Zusammenhang zwischen Volk und Umwelt hergestellt werden. Die Gesundheit „natürlich gewachsener Völker“ ist demnach auch durch eine gesunde Umwelt zu gewährleisten. Nach der biologistischen Ideologie (Überbetonung von Biologie) der Nazis wird die moderne Welt durch „Fremdkörper“ und „undeutsche Ideologie“ eingenommen und gilt daher zurück zu erobern. Damit wird rassistische Ausgrenzung legitimiert und Probleme und Widersprüche nicht über gesellschaftliche Zusammenhänge und Strukturen erklärt, sondern durch Personalisierung und Ressentiment auf „unerwünschte Minderheiten“ projeziert.

Nach Ende des NS wurde dieser historische Abschnitt des Naturschutzes in Deutschland allerdings lange Zeit nicht thematisiert und es gab einige Fälle von NSDAP, SS und SA-Mitgliedern, die ihre Arbeit für die Umwelt in der neuen Partei der Grünen und anderen Naturschutzorganisationen fortführten.

„Nationale Politik ist Umweltpolitik. Ohne eine ökologisch verantwortliche Politik ist jedes Volk in seiner Substanz gefährdet!“

(Quelle: NPD.DE)

Ökofaschismus

Als Ökofaschismus wird bisweilen die Ideologie einiger extremer Umweltschützer bezeichnet, die die vollständige Enttechnologisierung der Gesellschaften und die Dezimierung der Menschheit als einzige Möglichkeit ansehen, die Erde vor ihrer Zerstörung durch Überbevölkerung und Umweltschäden zu retten.

Die Ökofaschisten fordern für ihre Zwecke eine Diktatur, in der die Zahl der Menschen mit allen Mitteln verringert werden soll, während die Übriggebliebenen den Fortbestand der Menschheit ohne technische Hilfsmittel als einfache Bauern, Jäger und Handwerker zu sichern hätten. Um die Bevölkerungsanzahl auf einem für die Umwelt nicht bedrohlichen Stand zu halten, werden rigide Geburtenkontrollen angestrebt. Manche Vertreter befürworten auch die Heranzüchtung einer „hochwertigeren“ Menschenrasse durch gezielte „Rassenhygiene“, um der kleineren Population eine höhere Qualität zu verleihen.

Positive Rezeption und teilweise Unterstützung bekommt bzw. bekam der Ökofaschismus aus kleinen Teilen der Jugendsubkulturen des Hardcore Punks, des Straight Edge sowie des Black Metals.

NPD und Neonazis

Die rechtsextreme NPD beginnt sich wieder mehr auf die Umweltstandpunkte der NSDAP zu besinnen und bezeichnet sich selbst als einzige „echte Ökopartei“. Oft werden richtige Ziele wie der Kampf gegen Atomkraftwerke und die Schonung natürlicher Ressourcen mit Antiamerikanismus und Antisemitismus verknüpft. Umweltschädliche Unternehmer werden nicht als Akteure im Kapitalismus, sondern meist als amerikanische „Heuschrecken“ angeprangert, die man nur loswerden müsse um die Natur zu retten. Dieses strukturell antisemitische Erklärungsmuster ist eine verkehrte Kritik an der Marktwirtschaft und blendet die Marktzwänge und Profitlogiken, denen auch die Unternehmer, egal welcher Nation, unterworfen sind, aus.

Gesellschaftliche Ursachen

Gesellschaftliche Ursachen des Klimawandels und Handlungsmöglichkeiten

Ist ein nachhaltiger Klimaschutz im kapitalistischen Wirtschaftssystem überhaupt möglich?

1. Ökologisierter Kapitalismus
Die Vorstellung, ein ökologisches Wirtschaftssystem im Kapitalismus zu schaffen ,ist eine Position , die u.a. DIE GRÜNEN vertreten. Hierbei geht es darum durch Gesetze, Ökosteuern und Zertifikate einen Wettbewerb um die umweltfreundlichsten Produkte entstehen zu lassen und dabei sollen dann automatisch die ökologischen Grenzen eingehalten werden.

Der Vorteil an dieser Theorie ist, dass eine schnelle Umwandlung der Wirtschaft in der jetzigen Form , also der Marktwirtschaft möglich ist. Und eine schnelle Umwandlung ist angesichts der schon jetzt sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels nötig.

Zu kritisieren wäre allerdings, dass eine solche Umwandlung zur ökologischen Lebens- und Wirtschaftsweise hauptsächlich auf Kosten der Armen stattfinden würde. Ökologische Produkte sind teuer und somit würden die umweltschädlichen Produkte den Schlechterverdienenden überlassen werden. Die Aufteilung der ökologischen Ressourcen und die automatische Monopolisierung der Ökowirtschaft würde soziale Ungleichheit verstärken und nicht abbauen.

2. Der Kapitalismus trägt die Naturzerstörung schon in sich
Da die kapitalistische Wirtschaft auf Wachstum, Profitmaximierung und Konkurrenz basiert, ist die absolute Ausbeutung der Ressourcen vorherbestimmt. Informationstechnologien und Globalisierung westlicher Produktions-, Konsum- und Lebensweise haben die Produktivkräfte stark entwickelt und das Warenangebot vervielfacht. Doch gehen damit eine Verschwendung gesellschaftlicher Ressourcen und die Potenzierung von Zerstörungskräften einher, die zu einer globalen ökologischen Krise führen.
Außerdem gibt es genug mächtige Akteure und große Konzerne, die von dem jetzigen Wirtschaftssystem profitieren und umweltfreundliche Veränderungen der Wirtschaft liegen nicht in ihrem Interesse .

Ein Beispiel hierfür wären die Automobilindustrie und die Ölgesellschaften. Es lässt sich einfach nicht vernünftig erklären, warum jeder sein eigenes Auto benötigt und Benzin immer noch so billig ist. Auch Entwicklungen wie das Elektroauto werden behindert.

3. Handlungsmöglichkeiten

Demnach wäre eine effektive Strategie gegen den Klimawandel die Enteignung und Vergesellschaftung der Energiekonzerne. Staatliche Energiewirtschaft würde sich in geringerem Maße nach Profit, und mehr nach den Entscheidungen der Allgemeinheit richten. Auch könnte man die Gewinne der Energiekonzerne zur Investition für neue Anlagen, die regenerative Energien nutzen, verwenden. Ein privater Stromkonzern hingegen würde sich ja nicht die eigene Konkurrenz zum Strom aus Kohle finanzieren.

Im Gegenteil, die großen Stromkonzerne planen bis zu 20 neue Kohlekraftwerke allein in Deutschland, da der Energieträger Kohle bis zuletzt ausgenutzt werden soll (mehr dazu auf der Tafel „Deutschland C02“). Auch das ist etwas, gegen das man ankämpfen könnte. Besetzung von Kraftwerkbaustellen und damit die Verhinderung von neuen Emittenten wären dafür probate Aktionsformen. Auch das aufzeigen von Alternativen zur fossilen Energiegewinnung wie zum Beispiel auf dem Klimacamp Hamburg, oder auf unserem Klimakonzert ist wichtig.


1 Antwort auf “Beiträge zur Ausstellung”


  1. 1 Vernissage im Hans und Hilde Coppi Gymnasium | Blog der Jugendgruppe Flosh Kabalonge Pingback am 12. Oktober 2009 um 23:52 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.